Wiedersehensfreude am Flughafen – Mein Rucksack flog tatsächlich begleitet von Turkish Airlines bis nach Accra!
Deshalb konnte am Freitag unsere Reise in unser neues Zuhause starten. Im ghanaischen Verkerhsmittel schlechthin, dem Tro-Tro, einem Kleinbus, in den ganze 15 eng aneinander gekuschelte Personen passen, fuhren wir hinaus aus Accra, in cleveren Schlangenmanövern um den Stau und Schlaglöcher herum, auf immer holprigere Straßen, in ein immer grüneres Grün, auf einer richtig schönen Brücke über den Volta-See, immer hinein in noch mehr Grün.
Und hier sind wir jetzt, im puren Grün. Ich glaube, ich habe noch nie so viel Grün gesehen, so viele verschiedene Grüntöne. In der Grundschule habe ich einmal gelernt, dass man Farben nicht steigern kann. Grün – grüner – am grünsten. Diese Deutschlehrerin war noch nie in Sanrokofi. Hier ist es grüner als die europäischen Wälder im Hochsommer, grüner als jede Ampel nach der Rotphase, sogar grüner als Joschka Fischer.
Mitten im Grün wohne ich jetzt. Wir haben zwei Räume, einen Schlafraum mit unserem Bett, einem Tisch und einem dank Panzer-Tape provisorisch gebastelten Kleiderschrank. Und einen Nebenraum, in dem wir alle Spiele, Wettbewerbe und Basteleien für die KInder vorbereiten können. Eine Terrasse, einen kleinen Tisch und zwei Stühle teilen wir uns mit unserer Nachbarin, die uns in ihrem knallgelben Kleid mit ihrem Baby auf dem Rücken begrüßte. Dort können wir nun die Mahlzeiten genießen, die uns unsere liebe Gastmama Comfort kocht. Ihr Name ist Programm. Denn laut unserer Leiterin Liz ist sie die beste Köchin des gesamten Dorfes. Nach einer Riesenportion Reis mit scharfer, extrem scharfer, aber wohl für ghanaische Zungen normal gewürzten Tomaten-Fisch-Soße kann ich dem nur zustimmen.
Santrokofi hat eine Straße, die im Tal liegt. Daran sind wie kleine Puzzleteile, die genau zusammen passen, Häuser gebaut, miteinander verbunden durch Wäscheleinen und Rasenstücke, die nie gemäht werden müssen, weil sie von Ziegen abgegrast werden. Dazwischen Hühner, noch mehr Ziegen, Sträucher, grün – grüner – am grünsten, und noch mehr Ziegen. Das alles sehe ich, wenn ich aus unserer neuen Wohnung komme, auf einer Anhöhe, dem Anfang des Berges, sodass ich ins Tal schauen kann.
Es ist wie im Urlaub, nur lebe ich jetzt hier. Santrokofi ist mein neues Zuhause. Ein bisschen fühlt es sich schon so an, wenn ich an die Wand schaue, an der schon so viele Fotos hängen, wenn ich nachts unter den Moskitoschutz krieche, der bis jetzt nur – Panzer-Tape sei Dank – an einer Wäscheleine herumbaumelt und wenn ich auf unseren Schreibtisch schaue, der auch nicht ordentlicher ist als daheim in Deutschland.
Ich liebe neue Nachrichten (:
AntwortenLöschenAls aller Erstes freu ich mich natürlich, dass du deinen Rucksack wieder hast :D
Es klingt sehr spannend und aufregend und ich kann mir dich - Melanie - nur zu gut in mitten dieser vielen vielen Grüntöne vorstellen.
Ich bin gespannt, was noch so passiert ;)